Posted: Saturday, 18 April 2009 exhibition: Klaus Muenzner - homeless
neunplus-photographer Klaus Muenzner presents his new project. He was working for one year with homeless persons in Berlin:
Klaus Muenzner – homeless
- opening/vernissage: 15.05.2009, 7 pm
- exhibition: 16.05. − 31.05.2009
opening times: Fr: 4 – 7 pm, Sa/Su: 1 – 5 pm
aff – atelier freier fotografen
Kochhannstr. 14 – 10249 Berlin
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Zur Welt suchen wir den Entwurf,
dieser Entwurf sind wir selbst
Novalis
Freiheit bedeutet sich selbst zu sein, zu tun was man tun will, zu sein wo man sein will, zu leben was man liebt, und zu lieben was man lebt.
Mittendrin ist diese Freiheit Glück, doch schon ein kleines Stück weg von jenem Moment, dem ganz seltenen und nie zu fassenden, an dem alles gelingt und die ganze Welt pulsiert und im selben Herzschlag leuchtet, beginnen die tiefsten Abgründe und schon eine kleine Turbulenz kann alles niederschmettern, in den grauen, wüsten und erbarmungslosen Absturz hinein.
Es ist schwer auszuhalten in so einer Welt, die nur zwei Seiten kennt, entweder frei und glücklich oder zerstört und gefangen.
Was hier fehlt, ist Geborgenheit, die Ruhe, die einen schützt und umgibt, wenn nicht alles immer rastlos pulsiert und nicht überall Fallstricke, Eifersucht und Verrat auf einen lauern. Die vertrauensvolle Gewissheit, dass auf einen langen Atemzug mit geschlossenen Augen der nächste folgt und der nächste und nächste.
Für viele ist die einzige Möglichkeit zu dieser Gewissheit verbunden mit der eigenen Wohnung, dem ‚Dach über dem Kopf’, den ‚eigenen vier Wänden’, dem ‚trauten Heim’, das einem ‚Schloss’ ist.
Für manche ist das aber nicht so – nicht möglich, nicht denkbar, nicht gewollt, aus ganz vielen und verschiedenen, oft sehr individuellen Gründen.
Und die meisten, für die eine eigene Wohnung nicht möglich ist, leiden darunter. Denn wer will nicht in Ruhe atmen können? Für einige ist es aber auch ein selbstbestimmter Weg – um frei zu atmen – nicht so, wie es das Leitbild der Gesellschaft vorgibt tun zu müssen, nicht so, wie die Norm, die festlegen will, was richtig und wichtig ist für einen und was nicht.
Obdachlose, Treber, Penner. Klaus Muenzners fotografische Serie ‚homeless’ zeigt Menschen, die wohnungslos sind oder am Rand dazu stehen. Wohnungslos, weil sie ein Schicksal ungewollt in diese Situation geführt hat. Am Rand, weil ihr Lebensweg aus vielen Hürden besteht, wie Sucht, Verzweiflung, Benachteiligung.
Eine Form der Existenz, die sie in unserer Gesellschaft zu Ausgegrenzten macht, zur Randgruppe gegenüber denen, die sind, wie es idealerweise bürgerlich sein soll – behaust.
Der Fotograf Klaus Muenzner geht mit genau diesem Punkt – dem was ist und dem, was sein soll – sehr behutsam um: Er mischt sich nicht ein, klagt nicht an, seziert nicht, noch degradiert er die Portraitierten zu Schauobjekten.
Vielmehr bildet er mit feinem menschlichen Gespür und künstlerischem Blick ab, was ihm begegnet.
Und was ihm begegnet, sind Menschen: Individuen, mit Geschichte und Seele und Identität, auch abseits des Rasters, in dessen striktem Reglement ‚Normalität’ definiert wird. Er zeigt, dass für Freiheit und Glück oft ein einzelner Blick, eine Lachen, ein kurzes Gespräch, eine Zigarette genügen, oder einfach nur Ruhe zum rechten Moment. Die Intimität der Person.
Was aber aufschreckt, ist etwas anderes: Es ist die Härte einer Gesellschaft, die Geborgenheit entzieht. Die Härte derer, die Freiheit schreien und Glück fordern, ohne Rücksicht zu nehmen auf Biographien und Wege, die verschieden sind. Rücksichtslosigkeit, die einem das Atmen verwehrt, wenn man keine eigenen Wände als Schutz dazu hat.
Klaus Muenzners einprägsame Fotografien sensibilisieren dafür und eröffnen eine große Qualität: Sie zeigen, dass es anders sein könnte.
Marc Piesbergen
the project was supported by:
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in cooperation with: der strassenfeger/mob e.V., Berliner Stadtmission
When I was just a little girl, I asked my mother, what will I be
Will I be pretty, will I be rich, Here‘s what she said to me…
Que Sera, Sera, Whatever will be, will be
The future‘s not ours, to see
Que Sera, Sera, What will be, will be…
(Doris Day – Que Sera Sera, 1956)

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